
LG Electronics: Smart-Factory-Aufträge über 890 Mio. Dollar
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Asien
Zusammenfassung
LG Electronics hat in zwei Jahren Aufträge für Smart-Factory-Lösungen im Wert von etwa 1,2 Billionen Won (rund 893 Millionen Dollar) generiert. Das Geschäft beschleunigt sich dabei kontinuierlich: von 300 Milliarden Won 2024 über 500 Milliarden Won 2025 bis 400 Milliarden Won in der ersten Jahreshälfte 2026. Treiber ist die wachsende Nachfrage nach Automatisierungstechnik in verschiedenen Branchen. Das Unternehmen baut sein Portfolio mit Roboterlösungen aus, darunter das neu präsentierte Modell MoMA – ein Kombinationssystem aus autonomem Transportroboter und Roboterarmen, das flexibel in Fabriken einsetzbar ist. Parallel entwickelt LG Electronics mit Nvidia digitale Zwillinge für Produktionsstätten, um Optimierungen zunächst virtuell zu testen. Derzeit betreibt das Unternehmen solche Digital-Twin-Anlagen an neun Standorten in fünf Ländern und plant die Ausweitung auf etwa 30 Standorte bis 2030. Jüngst hat auch das koreanische Logistikunternehmen Logisvalley LG-Lösungen für sein Verteilzentrum am Flughafen Incheon übernommen.

Klartext von Simon
890 Millionen Dollar Auftragsvolumen in zwei Jahren. LG Electronics verkauft keine Fernseher mehr an die Industrie, sondern Automatisierungslösungen für ihre Fabriken. Die Zahl zeigt, wo das Geld gerade hinfließt. Nicht in einzelne Roboterarme oder Sensoren, sondern in komplette Fertigungslösungen aus einer Hand. Wer als Konzern aus dem Konsumgütergeschäft kommt und plötzlich Smart-Factory-Aufträge in dieser Größenordnung holt, hat verstanden, dass die eigentliche Marge nicht mehr im Endprodukt liegt, sondern in der Fertigungslogik dahinter. Für deutsche Maschinenbauer ist das eine Warnung. Die Konkurrenz kommt nicht mehr nur von klassischen Automatisierern. Sie kommt von Konzernen, die genug Kapital haben, um sich in fremde Domänen einzukaufen, und genug Kunden, um die Lösungen im eigenen Haus zu testen, bevor sie verkauft werden. Wer wartet, bis die eigene Nische angegriffen wird, hat den Einstiegspunkt bereits verpasst.
Quelle: 매일경제